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Soziales Lernen

 

Durch öffentliche Vergleiche mit anderen Gruppenmitgliedern wird der eigene Platz in der Gruppe oder Klasse definiert. Je mehr Facetten Gruppenmitglieder voneinander kennen, desto größer ist der Handlungsspielraum eines bzw. einer jeden. Daher ist es wichtig, Gelegenheiten zu schaffen, bei denen die SchülerInnen ihre Besonderheiten im Unterschied zu anderen, aber auch das Verbindende mit anderen wahrnehmen.......... (Mag. Johanna Korak)

In Anlehnung an diese Aussage wollen wir in unserer Schule heuer versuchen durch regelmäßiges Einsetzen von speziellen praktischen Übungen die Klassengemeinschaft zu stärken, Konfliktbewältigung zu üben, den Selbstwert jedes einzelnen Kindes zu stärken, ihm helfen Entspannung zu finden und Energie zu tanken, teamfähig zu werden........ eben versuchen den Kindern SOZIALE KOMPETENZ zu vermitteln.

Die nachfolgenden Übungen wurden dem Skriptum "Soziales Lernen in Theorie und Praxis - Mag. Johanna Korak" entnommen. Sie nehmen immer nur kurze Zeit in Anspruch, können jederzeit im Unterricht eingesetzt werden und auch wiederholt werden. Wichtig ist dabei allerdings Gruppen oder Paare immer wieder verschieden zu mischen.
Niemand muss dabei mitmachen und jeder soll nur so viel von sich preisgeben wie er möchte. Die Privatsphäre jedes einzelnen muss respektiert werden.

1. Königsstuhl

Ein Freiwilliger setzt sich in die Mitte des Sesselkreises und die anderen sagen ihm/ihr, welche Stärken sie/er hat.

Ziel: Selbstwert stärken

.

Was Kinder dazu meinen:
- man freut sich zu hören, was man gut kann
- es tut mir gut, dort zu sitzen
- ich denke darüber nach, was ich an diesem Kind mag
- es ist fast so etwas, wie eine "warme Dusche"

 

2. Spot in Movement

Alle gehen zur Musik durch den Raum und beim Musikstopp werden verschiedene Aufträge ausgeführt.
- Hände schütteln
- einander zuzwinkern
- berühren der Fingerspitze des kleinen Fingers
- an den Haaren berühren
- Gruppen aus Personen mit gleicher Augenfarbe, gleiches Sternzeichen, gleich viele Geschwister, usw. bilden

Ziele: Kontaktaufnahme, wahrnehmen des anderen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken

.

Was Kinder dazu meinen:
- ich spüre Freundschaft, mir macht es Spaß, ich mag den anderen
-
es kitzelt, es ist weich, ich finde den anderen nett
-
es ist so vertraulich
-
beim Zuzwinkern muss ich mich sehr konzentrieren
- ich sage meiner Freundin, dass sie schöne Haare hat
-
ich bin lieb zum anderen, ich bin fröhlich
-
ich schließe niemanden aus
- es tut gut, wenn ich spüre, dass ich in einer Gemeinschaft bin
- für mich ist es wichtig, den (die) anderen zu respektieren
- ich spüre, ich habe einen Freund
- ich fühle, dass ich mit dem anderen stark verbunden bin
- gut ist es, dass ich nicht immer den gleichen auswähle, ich finde immer jemanden anderen
- ich merke, dass ich viele Freunde habe
- in einer Gruppe kann man gut zusammenhalten
- ich habe erfahren, dass meine Freundin auch zwei Geschwister hat
-
ich habe bemerkt, dass alle bei diesem Gespräch freundlich zueinander sind und nicht streiten
- solche Spiele , ja Freundschaftsspiele, sind eine tolle Abwechslung und Auflockerung zwischen den Unterrichtsstunden, es ist lustig und interessant !

 

3. Erstarren

Alle bewegen sich zur Musik durch den Raum. Immer wenn die Musik stoppt, erstarren sie und nehmen sich selbst und in der Nähe stehende Personen wahr. (Ohne zu sprechen!)

Ziele: Auflockerung, Interaktion, Wahrnehmung

.

Was Kinder dazu meinen:
- es ist schwierig sich zur Musik zu bewegen und niemanden zu berühren
- ich war gespannt wer neben mir „erstarren“ wird
- das Herumtanzen macht Spaß, aber man muss sich auch gut konzentrieren und genau auf die Musik hören
- wenn du ganz ruhig stehen willst, musst du das Gleichgewicht halten können

 

4. Familie

Es bilden sich Gruppen aus Personen, die in einer Ein-, Zwei-, Drei- oder Mehrkindfamilie leben. Sie unterhalten sich in der Gruppe über Vor- und Nachteile.
Abschließend überlegen sie eine Frage jede andere Gruppe. Die Fragen werden dann im Plenum an die anderen Gruppen gestellt.

Ziele: Kennen lernen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede wahrnehmen, Gespräche über die eigene Familie führen

.

 

Was Kinder dazu meinen:
- muss mit niemandem teilen
- mir ist oft langweilig, als Einzelkind
- habe immer jemanden zum Spielen
- große Geschwister sind Vorbilder
- kleine Geschwister nerven aber auch oft
- fühle mich auch, wenn die Eltern nicht zuhause sind, nie allein
 

5. Ich - Ausstellung

Im Sesselkreis holt sich jedes Kind 3 Dinge aus seiner Schultasche, die ihr/ihm sehr wichtig sind. Diese Dinge werden jeweils am Sessel ausgestellt. Die Hälfte der Klasse wandert nun von einem Sessel zum anderen und lässt sich die "ausgestellten" Dinge vom jeweiligen Kind vorstellen. Nach einiger Zeit wechseln die "Aussteller" die Rolle mit den Zuhörern.

Ziele: Kennen lernen, sich präsentieren, zuhören

.

Was Kinder dazu meinen:
- Ich habe die gelbe Mappe (Elternmappe) genommen, weil die Mama wissen
muss, was wir so machen.
- Ich hab das Rechenbuch genommen, weil ich jetzt schon so gut rechnen kann.
- Ich habe die Füllfeder ausgesucht, weil ich jetzt schon groß bin.
- Ich habe das Freundebuch genommen, weil mir Freunde so wichtig sind.
- Mich hat auch wer gefragt!
- Ohne Spielzeug ist mir ja langweilig in der Pause!

 

6. Netz spannen

Die SchülerInnen stehen im Kreis. Die Lehrerin beginnt mit Handzeichen den Namen weiter zu schicken. Das wird einige Male wiederholt, aber die Reihenfolge muss eingehalten werden. Nun wird das Lieblingsessen auf dieselbe Art weiter geschickt.
Abschließend werden in einem Zeitabstand nacheinander beide Dinge losgeschickt.

Ziele: Konzentration und Kooperation

.

Was Kinder dazu meinen:
- Das ist ein Geduldspiel, denn ich muss warten, bis ich an die Reihe komme.
- Auch muss man warten, wenn jemandem das Lieblingsessen nicht gleich einfällt.
- Ich weiß manchmal nicht, ob ich an der Reihe bin, denn manche zeigen es ungenau.
- Es ist interessant zu erfahren, welche Lieblingsspeisen meine Freunde haben.
- Manche Speisen kenne ich gar nicht, habe ich noch nie gegessen, möchte ich auch einmal kosten, z. B. Nugatknödel
- Es soll nicht immer der Gleiche dran kommen.
- Ich muss mich sehr konzentrieren, sonst verschlafe ich den Einsatz.
- Sich auf beides (Weitergeben des Namens und der Lieblingsspeise) zu konzentrieren ist schwierig und im Spiel oft verwirrend.

 

7. Spiegeln

Partner stellen sich gegenüber auf. Einer macht zur Musik rhythmische Bewegungen und der zweite spielt den Spiegel dazu. Die Funktionen werden gewechselt und der Vorgang wird wiederholt. Dies wird mit verschiedenen Partnern wiederholt.

Ziele: Wahrnehmung, führen und geführt werden, Vertrauen aufbauen

.

Was Kinder dazu meinen:
- Es war oft sehr schwer Bewegungen des Partners ganz gleich nachzumachen.
- Es machte aber großen Spaß und es gab viel zu lachen.
- Die beiden Klassen konnten einander besser kennen lernen.
- Viele Bewegungen waren zu schnell und erschwerten das Imitieren.
- Die Kinder der 3. und der 1. Klasse fanden es toll miteinander zu turnen.
- Mit der schwungvollen Musik fiel es uns ganz leicht spontan Bewegungen zu
erfinden.
 

 

8. Goofy - Spiel

Alle Spieler gehen blind umher. Unauffällig bestimmt der Spielleiter einen Mitspieler, der der "Goofy" ist. Alle Mitspieler versuchen den Goofy zu finden. Jeden Mitspieler, den sie beim Herumgehen ertasten, fragen sie "Goofy????". Wer kein Goofy ist, fragt auch "Goofy???". Nur wer wirklich der Goofy ist sagt nichts, sondern gibt dem Fragenden die Hand und nimmt ihn mit. Alle in der Schlange sind nun Goofys. Wird ein neuer Goofy gefunden, wird er in die Schlange eingebunden. So entsteht eine lange Goofy-Schlange, die sich stumm durch den Raum bewegt, solange bis alle Mitspieler Goofys sind.

Ziele: Körperkontakt herstellen, Vertrauen aufbauen, Angstabbau, Integration, Gruppengefühl stärken

.

Was Kinder dazu meinen:
- Ich kann meine Augen nicht so lange geschlossen halten.
- Ich bewege mich sehr vorsichtig, weil ich nicht mit einem Mitschüler
zusammenstoßen möchte.
- Einige verstehen das Spiel nicht und versuchen die anderen zu stören.
- Manchmal verliere ich die Orientierung.
- Es ist schwer, sich in der Goofyschlange bei den Händen zu halten.
 

 

9. Gemeinsam zeichnen

Je zwei SchülerInnen nehmen gegenüber an einem Tisch Platz. Jedes Paar bekommt ein Blatt und einen Stift. Nun wird gemeinsam ohne zu sprechen ein Haus, ein Baum und ein Hund gezeichnet. Zum Schluss wird gemeinsam auch ohne zu sprechen mit einem Künstlernamen unterschrieben.
Im Anschluss gibt es eine Reflexion: Wie leicht oder wie schwierig war es? Hat immer einer geführt? Haben sich die Partner abgewechselt?

Ziele: Schulung der Einfühlungsfähigkeit, Erwerb von Sensibilität von dominierenden Verhalten

.

 

Was Kinder dazu meinen:
- es ist gar nicht so leicht, gemeinsam mit einem Partner zugleich den Stift zu führen
- ich hätte lieber alleine gezeichnet
-
zu zweit mit einem Stift zeichnen finde ich interessant
-
es war eine nette Partnerarbeit
- ich habe gespürt, dass es Freundschaft war
- ich habe mich mit meinem Partner abgewechselt bei der Führung des Stiftes
- am schwierigsten war es, den Hund zu zeichnen
-
meistens habe ich den Stift alleine gelenkt
- am leichtesten war das Haus zu gestalten
- ich habe mit meiner Partnerin abgewechselt, einmal hat sie mehr geführt, dann habe ich wieder den Stift fester gehalten und gezeichnet
-
ich wollte eigentlich einen Dackel zeichnen, aber dann ist es ein großer Hund geworden
- ich habe am liebsten den Baum gestaltet
- für mich war es besonders witzig und herausfordernd, den Hund zu zeichnen, da habe ich den Stift fester, sicherer geführt
- wenn man seitenverkehrt zum Bild sitzt ( also dem Partner gegenüber), ist es viel komplizierter zu zeichnen
- es war recht lustig, weil jeder in eine andere Richtung gezogen hat mit dem Stift, daher wurden die Striche etwas wackelig
- das Partnerzeichnen mit e i n e m Stift war sehr nett, aber auch ein bisschen schwierig, denn manchmal wusste ich nicht, w e r jetzt den Stift führt
- ich freue mich über unser gelungenes Kunstwerk
- ich finde, dass wir eine tolle Partnerzeichnung gemeinsam gestaltet haben
- lustig war es, einen Künstlernamen zu schreiben

 

10. Schritt in den Kreis

Im Stehkreis soll jede/r einen Schritt in den Kreis machen. Es darf immer nur eine Person gehen und auch nicht darauf folgend der Nachbar oder die Nachbarin. Wenn eine/r einen Fehler macht, muss die ganze Gruppe von vorne beginnen. Jeder muss einmal gehen.

Ziele: Kooperation, Konzentration

.

 

 

11. Persönlichkeitswappen

Jeder bekommt eine Kopie des Wappens. Die Aufgabe ist es , ein persönliches Wappen mit Bildern und Schrift zu bestimmten Vorgaben zu gestalten. Alle Wappen werden an die Wand geheftet. Nun kann man mit Wollfäden Felde verbinden, bei denen es eine Gemeinsamkeit gibt. So ergibt sich ein Netz in dem Individualität und Gruppenbildung deutlich wird.

Ziele: Gemeinsamkeiten und Unterschiede in de Gruppe erkennen

.

 

 

12. Indianischer Name

Jeder gibt sich einen indianischen Namen (z.B. Fließendes Wasser.....) und schreibt diesen auf ein Kärtchen. Die Kärtchen werden abgesammelt und offen in die Mitte gelegt. Ein Kind darf nun ein Kärtchen wählen und versucht die SchreiberIn zu erraten und die Wahl zu begründen.

Ziele: Ich-Stärkung, sich präsentieren (Stärken oder Schwächen "spielerisch" präsentieren), Gemeinsamkeiten und Unterschiede wahrnehmen.

 

13. Gemeinsam ein Tier reißen

Die TeilnehmerInnen reißen in 3er Gruppen aus einem DIN A3 Blatt (Zeitung) ohne miteinander zu sprechen ein Tier aus. Danach geben sie diesem Tier einen gemeinsamen Namen und präsentieren das Werk im Sesselkreis.

Ziele: Kooperation, Reflexion, Leiten, sich einfühlen, Kreativität

 

(Celin Silvia)